Tauchdesinfektion

Vorgabe vom RKI für semi-kritische Sonden

Manuelle Desinfektion semikritischer Medizinprodukte mit Wischtüchern ist nicht mehr zulässig

Wie die zuständigen obersten Landesbehörden (AGMP), das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Robert Koch-Institut (RKI) in einer gemeinsamen Erklärung bekannt gegeben haben, sind Verfahren wie das abschließende Aufbereiten mit Wischtüchern nicht mehr zulässig. Als Begründung wird hier die fehlende Validierbarkeit der mechanischen Komponente bei einer Wischdesinfektion genannt.

Bei einer Wischdesinfektion ist „für die ausreichende Aufbringung des Desinfektionswirkstoffes auf allen zu desinfizierenden Oberflächen eine manuelle mechanische Krafteinwirkung erforderlich“. Diese mechanische, gleichmäßige Krafteinwirkung müsste von jedem Mitarbeiter für jedes Medizinprodukt reproduzierbar belegt und die Richtigkeit nachgewiesen werden. Dies ist nach aktuellen Normen nicht möglich und deshalb nicht zulässig.

Bei unkritischen Medizinprodukten ist eine Aufbereitung mit Wischtüchern weiterhin zulässig.

Einstufung: Was ist eine semi-kritische Sonde?

Im Gegensatz zu unkritischen Sonden, die nur mit intakter Haut in Berührung kommen, versteht man unter semikritischen Sonden Ultraschallsonden, die mit der Schleimhaut oder krankhaft veränderter Haut in Berührung kommen (TEE-Sonden, Vaginalsonden, etc.). Unkritische Sonden werden ebenfalls als semi-kritisch eingestuft, falls sie auch mit krankhaft veränderter Haut in Berührung kommen. Zusätzlich gibt es noch eine weitere Unterteilung in semi-kritisch A und semi-kritisch B.

Der Betreiber ist für die korrekte Einstufung der Medizinprodukte selbst verantwortlich. Bei Zweifeln an der Einstufung, gilt die höhere/ kritischere Risikostufe (siehe MPG, MPBetreibV; siehe auch DIN EN ISO 17664). → Bei Unklarheiten in Bezug auf die Einstufung helfen wir Ihnen gerne!

Welche Sonden sind davon betroffen?

Primär betrifft dies Sonden aus den Bereichen Gynäkologie/ Geburtshilfe, Urologie und Kardiologie. Also vor allem Endokavitärsonden und TEE-Sonden.

Beispiel – Hersteller Samsung

Folgende Sonden sind in erster Linie betroffen:

Endo-Sonden: ER4-9, E3-12A, EA2-11AR, EA2-11AV, EA2-11B, EC4-9, EC4-9IS, ER4-9/10ED, EV2-10A, EV3-10B, EV4-9/10ED, EVN4-9, V5-9, VR5-9, …

TEE-Sonden: MMPT3-7

Zusätzlich sind alle Sonden betroffen, die mit krankhaft veränderter Haut in Berührung kommen!

Richtige Sondendesinfektion

Die Hersteller von Ultraschallsonden sind dazu verpflichtet, Aufbereitungsverfahren für ihre Geräte bzw. Sonden festzulegen und validierbar zu halten (RICHTLINIE 93/42/EWG, VO (EU) 2017/745 (MDR)). Die Betreiber müssen die herstellerseitigen Empfehlungen beachten und diese befolgen. Abweichungen oder alternative Verfahren sind nur zulässig, falls die Wirksamkeit durch qualifiziertes Fachpersonal bestätigt wurde. Um unangenehmen Überraschungen aus dem Weg zu gehen, sollte man allerdings den Empfehlungen des RKI und den zuständigen Arbeitsgruppen folgen.

Maschinelle Desinfektionsverfahren werden aufgrund der Validierbarkeit und Effektivität empfohlen. Die Anschaffung oder das Mieten eines Desinfektionsgeräts sind allerdings teurer als manuelle Desinfektion. Das RKI schreibt als manuelles Desinfektionsverfahren die Tauchdesinfektion vor.

Für die sachgerechte Durchführung (beim sterilen oder keimarmen Einsatz von Medizinprodukten) des Aufbereitungsverfahrens ist der Betreiber verantwortlich (§ 8 MPBetreibV). Alle betreffenden Sonden müssen nach jedem Gebrauch gereinigt werden. Erst nach der Reinigung, bei der Gelreste etc. entfernt werden, folgt die Desinfektion bzw. Sterilisation. Dabei sind Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen aus der Gebrauchsanweisung der Hersteller zu beachten. Aus den Gebrauchsanweisungen kann man auch die zugelassenen Desinfektionsmittel entnehmen. Samsung bietet hier zum Beispiel eine Desinfektionsmittelmatrix an.

Tauchdesinfektion als Alternative

Neben teuren, maschinellen Verfahren wird als manuelles, validierbares Verfahren die Tauchdesinfektion genannt. Die Validierung hierbei kann durch ein, vom Hersteller empfohlenes, Desinfektionsmittel (Wirksamkeit z. B. durch Gutachten belegt) und ein Prüfen der vollständigen Benetzung des Medizinproduktes erfolgen, da die mechanische Komponente einer Wischdesinfektion entfällt. 

Beispiel – Samsung:

Samsung empfiehlt Cidex OPA (ortho-Phthalaldehyd Lösung) als Desinfektionsmittel

Die Ultraschallsonde wird bei diesem Verfahren vollständig, für 12 Minuten (Herstellerempfehlung), in die Desinfektionslösung getaucht. Nach Ablauf der Zeit wird die Sonde 3-mal für jeweils eine Minute mit klarem Wasser gespült. Die Lösung kann dabei bis zu 14 Tage verwendet werden. 

Als Alternative bieten Ihnen eigens entwickelte Desinfektionsröhren für die Tauchdesinfektion an, um den Aufwand bei Ihrer Arbeit gering zu halten und trotzdem alle strengen Vorgaben zu erfüllen. Die Anschaffung einer Desinfektionsröhre ist deutlich günstiger als ein Gerät zur maschinellen Desinfektion und amortisiert sich bei vorheriger Nutzung von Desinfektionstüchern in kurzer Zeit. Die gebrauchte Desinfektionsmittelmenge ist im Vergleich zu einem Tauchbecken/ Desinfektionsbad geringer. 

Informationen anfordern

Samsung Tauchdesinfektion
Samsung Tauchdesinfektion
Samsung Tauchdesinfektion
Samsung Tauchdesinfektion
Samsung Tauchdesinfektion
Samsung Tauchdesinfektion
GE Tauchdesinfektion
GE Tauchdesinfektion
GE Tauchdesinfektion
GE Tauchdesinfektion
GE Tauchdesinfektion
GE Tauchdesinfektion

Sie haben ein Anliegen?

Sprechen Sie mit uns!